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  • Unser Liegeplatz in der Marina von Gomera
  • La Gomera
  • Das angebrochene Vorstang muss ersetzt werden. Zum Glueck vor dem Start entdeckt!D
  • Das neue Grossegel wird begutachtet
  • Andy klettert in den Mast, um das neue Vorstag einzuhaengen

  • Zusammenbau der neuen Rollanlage
  • Die neue Dieselpumpe wird eingebaut
  • Die gesamte Marina fiebert mit und packt mit an
  • Zum Abschied hat Michael uns auf der Kaimauer verewigt
  • Ein Abschiedsgruss an der Kaimauer von La Gomera

Auf die Bilder klicken, um die gesamte Gallerie zu oeffnen! (mit "next" geht es weiter)

 

Endlich geht es los, die rund360° soll den Sprung in die Karibik meistern. Unsere bunt zusammengestellte Crew trifft sich das erste Mal am Flughafen in Teneriffa. Mein Nachbar Michael, das erste Mal auf hoher See, und Michael aus Kappeln, ein alter Seebär, werden mit mir in die Karibik fahren. Entsprechend aufgeregt sind alle am Flughafen beim ersten gemeinsamen Treffen. Die beiden haben tausend Fragen.
Um sich besser kennen zu lernen, kommt die Vorbereitungszeit auf La Gomera genau richtig. Der Plan: Eine Woche das Boot auf Gomera fertig machen und dann in ca. 3 Wochen Überfahrt in der Karibik den Rum genießen. Aber Pläne sind dafür gemacht geändert zu werden... Eigentlich sollte nur die "easy to install" Rollanlage aufgebaut werden. Aber "easy to install" läßt uns aus Erfahrung schon sehr skeptisch sein. Zusätzlich sollen die neuen Segel aus dem Zoll geholt und anschlagen werden. Unerwartet muss ein neues Vorstag organisiert und eine defekte Dieselpumpe getauscht werden. Diese zusaetzlichen Arbeiten sind im Grunde ein großes Glück! Auf dem Atlantik hätten besonders das lädierte Vorstag schlimme Konsequenzen haben können.
So werden wir zu Pendlern zwischen La Gomera und Teneriffa, um die nötigen Teile zu organisieren. Mit tatkräftiger Unterstützung von Andy (Andys Yachtservice Gomera sehr zu empfehlen! - http://a-y-s.eu/) gelingt uns in 10 Tagen die Fertigstellung der Arbeiten. Ohne ihn wären wir sicher noch auf Gomera. Und es ist wahrlich Zeit den Absprung zu schaffen, denn der Wirt der berüchtigten "Sailors Bar" begrüßt seine besten Gäste schon mit Handschlag.
Am Vorabend unserer Abfahrt legt die Segelschule Hering aus Berlin neben uns an.  Dort habe ich meinen Segelschein gemacht... Ein Zeichen? Bloß welches?
Es ist wieder mal Abschied angesagt! Letzte Sachen werden organisiert, Gabi und Wolfgang ( www.gabi-wolfgang.de ), unsere Nachbarn in der Marina, retten uns mit dem einen fehlenden Teil: Trockenhefe! Wir merken, dass La Gomera und Ihre Menschen uns ans Herz gewachsen sind! Unter Tröten schieben uns Gabi und Wolfgang mit ihrem Dinghi auf den Atlantik hinaus.

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Viele offene Fragen bewegen uns.  Insbesondere: wie machen sich die ungetesten neuen Segel? Unser Unterstützer Sascha Walter von SW Segel (http://www.sw-segel.de/) hat sie uns direkt auf die Kanaren gesendet. Und sie überzeugen voll und ganz! Sie stehen TOP und machen eine exzellente Figur. Den Test "Atlanktiküberquerung" bestehen sie ohne Probleme.
Die Reise beginnt anders als erwartet. Nachbar Michael zollt dem Seegang Tribut und wird heftig seekrank. Nach drei Tagen machen wir uns ernsthaft Sorgen, vor allem, weil er unser Bord-Koch ist...) Wir sind froh, als das Grün aus seinem Gesicht verschwindet.
Die ersten Tage verbringen wir damit Segelstellungen zu testen, uns an die doch sehr starke Dünung zu gewöhnen und eine Bordroutine zu entwickeln. Unsere Etmale (Distanz in 24 Stunden zurück gelegt) steigern wir konstant von anfangs schockierenden 95 Seemeilen (soll die Reise 40 Tage dauern?) auf konstante 150 Seemeilen. Danach rückt das Segeln in den Hintergrund, Dinge wie Brot backen oder das Fischen erlangen Priorität. Nach der zweiten großen Goldmakrele werden mir sogar Fangquoten und Fangzeiten auferlegt (das soll Freiheit sein?).
Leider spielt unser Autopilot bei diesem Seegang nicht so richtig mit, so dass wir 90% der Strecke mit Hand steuern. Dies schlägt auf die Stimmung und macht müde. Damit steht der größte Test an: Wie verhält sich unsere Crew, die sich fast gar nicht kennt? Wird das fragile Gebilde zerbrechen und die Fahrt zur Qual?
Das Gegenteil ist der Fall. Alle bemühen sich aufeinander acht zu geben und zu respektieren. Jeder bringt seine Fähigkeiten optimal ein. Unser Smutje kocht exzellentes Essen und unser Kappelner Michael sorgt mit seiner unaufgeregten Art und großer Erfahrung für sicheres und schnelles Segelhandwerk. Man merkt: Die Truppe wächst zusammen und es hat sich eine harmonische Einheit gebildet. So durchschiffen wir auch tage- und nächtelange Starkwind und Hochwellen Phasen, Flauten und Langeweile mit Humor und Spass. Die Größe der Herausforderung war von uns nicht so oder auch anders erwartet! Der Sohn von Michael aus Kappeln, Bo Teichmann, seines Zeichens Profisegler hatte die Atlantiküberquerung seinem Vater als "Kaffeesegeln" schmackhaft gemacht. Anscheinend ist sein Sohn ein "Klein-Kaffee-Trinker", denn an volle Tassen ist nicht zu denken bei 2-5 meter hohen Wellen.
Wir wundern uns, wie schnell die Tage dahin ziehen. Besonders das Wetten auf alles und nichts vertreibt die Zeit. Durch die fehlende Verbindung zur Nachrichtenwelt kommen Wetten zu stande, wie der Tabellenplatz des FC St Pauli bei Ankunft sein wird.
So ganz abgeschnitten sind wir jedoch nicht. Johanna macht einen prima Job als SMS Wetterservice aus Berlin. Das ist nicht ganz einfach für sie, da sie sehr gerne mit dabei wäre. Wir haben uns aber dafür entschieden, dass sie mit unserem Sohn in die Karibik fliegt. So fiebere ich diesem Tag schon entgegen! Der Wetterservice ist so gut, dass man sich schon fast beobachtet fühlt. SMS wie: "Die Wellen müßten jetzt weg sein bei Euch und der Wind ca. 10 Knoten", die exakt stimmen, lassen mich insgeheim nach der versteckten Kamera suchen. Versuche, unsere Lage auszunutzen mit Nachrichten wie "Angela Merkel ist zurück getreten", können wir aber trotz der Distanz entlarven.

Nach 20 Tagen kommt die ersehnte Meldung aus dem Mastkorb: Land in Sicht! Wahnsinn, wir haben es geschafft! Jetzt wird erst einmal ausgeschlafen und dann die Karibik erkundet!

 

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