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  • Schnorcheln an den Tobago Cays
  • 01
  • Obstverkaufsschiff
  • Das erste mal Segeln!
  • Ankern an den Tobago Cays

  • Kokusnuss öffnen mit der Machete (nicht mit dem Waschbrettbauch)

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Karibik Teil I:    Von St. Lucia nach Grenada

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Unsere erste Karibik Etappe ist beendet. Ein grosses Stück begleitet hat uns unsere Freundin Clarissa. Deshalb gibt es diesmal einen "Gast Blogeintrag":

Tausche Hummer gegen Aldiwein

Nach einer entspannten Woche auf St. Lucia, in der Lutz sich ein wenig von den Strapazen der Atlantiküberquerung erholen konnte, starten wir unsere erste grosse Karibiksegeletappe. In den nächsten 3 Wochen wollen wir von St. Lucia über Bequia, die Tobago Cays und Union Island nach Grenada segeln. Von dort aus geht es für mich zurück nach Deutschland. Familie Klostermann bleibt noch eine Weile und macht vermutlich einen Abstecher nach Trinidad und Tobago.

Wir, das sind nach einem Crewwechsel, die Familie Klostermann und ich, Clarissa seit Jahren mit den dreien befreundet. Die Etappe soll uns nun aus der Rodney Bay in die Admiralty Bay auf Bequia führen. Sie ist ca. 26 Seemeilen lang und man segelt Sie am besten über Nacht. Das bedeutet, dass wir abwechselnd je drei Stunden Nachtwache halten müssen.

Kein Problem, denke ich mir, was soll da schon gross passieren. Der Wind bläst nicht sehr stark, nur ca, 6 Knoten und Johanna liegt als „Standby“ im Salon. Alle viertel Stunde mal nach Lichtern suchen, das bekomme ich hin. Immerhin ist Lutz auf der Atlantiküberquerung nur ein einziges Boot begegnet. Frohen Mutes starte ich meine erste Nachtwache um 20 Uhr und geniesse es, mir den Wind um die Nase wehen zu lassen. Doch schon bald taucht am Horizont das erste Licht auf (in der Karibik wird es um 18 Uhr dunkel). So, wie war das nochmal? Bei grünem Licht sieht man die rechte Seite des Boots, bei rotem die linke. Das Licht sieht aber weiss aus. Ich gehe mal Johanna holen. Sie erklärt mir, dass man ein wenig warten muss, bis man die Farbe erkennen kann. Das weisse Licht sieht man immer zusätzlich. Na gut. Also warten wir mal ab. Hast du übrigens die Lichter hinter uns gesehen, fragt Johanna? Wie, hinter uns. Ups, die sind mir glatt entgangen, aber hier gibt es ja auch keinen Rückspielgel. Mit Hilfe des AIS (einem Erkennungssystem für Schiffe) finden wir heraus, dass es sich zum einen um einen Öltanker – Michael J – und ein Frachtschiff mit unbekanntem Namen handelt. Bei Michael J sehen wir rotes, beim Frachtschiff grünes Licht, so dass wir mit keinem der beiden kollidieren (dann würden wir beide Lichter gleichzeitig sehen, da sie auf uns zu kommen). Vermutlich stossen aber die beiden zusammen. Sie sind aber so weit hinter uns, dass uns das nicht weiter interessiert. Munter segeln wir weiter, bis wir ca. 30 Minuten später erschrocken feststellen, dass Michael J nicht mit dem Frachter zusammen gestossen ist, sondern den Kurs ändert und volle Kraft voraus auf uns zu hält. Eigentlich haben wir Vorfahrt, da wir erstens segeln und er zweitens überholt. Es sieht jedoch überhaupt nicht danach aus, dass er uns gesehen hat und er kommt immer näher. Verzweifelt stellen wir alle Lichter an und ändern den Kurs um 30 Grad. Hilft immer noch nicht, wir fallen weitere 20 Grad ab. Mittlerweile können wir schon die Brücke des Schiffs erkennen und sehen auf dem AIS, dass er nur gefühlte wenige Meter neben uns überholen wird. Dieses grosse Schiff an uns vorbei ziehen zu sehen ist wirklich unheimlich! Aber zum Glück ist alles gut gegangen und wir können auf unserem alten Kurs weitersegeln. Die restliche Nacht verläuft ruhig, es ist toller Wind wir sehen beeindruckendes Meeresleuchten, einen tollen Sternenhimmel und in meiner Frühschicht werde ich von einem Delphin überrascht.

Wir geniessen es zwei Tage in Bequia vor Anker zu liegen, dann zieht es uns weiter zu den Tobago Cays. Hier sieht es aus wie auf einer Postkarte! Traumhafte kleine, unbewohnte Inseln in türkisfarbenem Wasser mit Palmen und Sanstrand, dazu ein Riff zum Schnorcheln und Schildkröten, die um unser Boot herumschwimmen. Wir machen uns sofort mit dem Dinghi auf zum Schnorcheln am Riff. Es ist fantastisch! Bunte Fischschwärme, Rochen und richtig grosse Fische. Für meinen Geschmack etwas zu grosse Fische. Ich schwimme leicht hektisch zurück zum Schlauchboot, der war bestimmt 1,5 Meter gross – und frage ob es hier wohl Haie gibt. Na klar! Sind sich Klostermanns einig. Ein Riff mit direktem Zugang zum Ozean, das sind geradezu ideale Bedingungen für die Dreiecksflosser mit den spitzten Zähnen. OK, mein Bedarf zum Schnorcheln ist erst einmal gedeckt. Zu allem Überfluss macht auf der Rückfahrt zum Schiff der Dinghimotor schlapp und wir müssen das Boot zurück rudern, bzw. ziehen. Wir, das sind in diesem Fall Lutz und ich, da Johanna auf den Kleinen aufpasst und uns freudig filmt. Abends geniessen wir den frischen Tunfisch, den wir auf der Fahrt so einfach nebenbei noch gefangen haben. So lässt es sich aushalten.

Nach einigen Tagen machen wir uns auf den Weg nach Union Island, wo wir ausklarieren müssen. Das bedeutet auf nichtseglerisch ausreisen. Das ist jedes Mal ein Erlebnis, da die Beamten die Crewlisten und Personalausweise ganz genau unter die Lupe nehmen. Dafür entschädigt Union Island mit einem bezaubernden Örtchen und einem tollen einheimischen, der uns den Dinghimotor repariert. Ausserdem können wir – da wir kein Bargeld mehr haben – Erwin (unseren Hummer, den wir genüsslich zum Mittagessen verspeisen) gegen eine Flasche Weisswein tauschen. Das ist mit Sicherheit das beste Geschäft, dass wir bis jetzt getätigt haben und das leckerste noch dazu.

Auf Grenada angekommen sind wir ganz begeistert von dieser noch untouristischen Insel mit den netten Einheimischen und den tollen Minibussen, die einen durch die ganze Insel für 30 Cent chauffieren. Man winkt am Strassenrand einfach einen heran (also eigentlich hupen Sie einen im Vorbeifahren an, was soviel bedeutet wie „wollt ihr mitfahren?“) und fährt soweit man möchte mit.

Schade, dass es morgen für mich schon zurück geht, es war eine wirklich tolle Zeit.

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